MACHT UND OHNMACHT

Undine Bandelin

Das Gesetz, 230 x 180 cm, Mischtechnik auf Leinwand, 2019

Systeme, Strukturen und Hierarchien sind nicht zuletzt dazu da, Macht auszuüben und zu erhalten. Betrachtet man die Personen, die diese Rollen ausfüllen auf einer menschlich, individuellen Ebene, bedeutet das nicht selten, dass je mehr Macht äußerlich ausgeübt wird, das eigene, innere Entscheidungsspektrum sinkt. Was bleibt ist lediglich die Karikatur des Eigenen, das sich den Anforderungen und Zwängen gebeugt hat. Zum einen bezeichnet Ohnmacht ein psychologisches Gefühl, zum anderen ein pathologisches Symptom der Bewusstlosigkeit. Im Endeffekt sind diese beiden Erscheinungen eng miteinander verwandt: man ist nicht Herr im (eigenen) Hause. Ein möglicher Ausweg aus dieser Situation kann es sein, sich eine Narrenkappe aufzusetzen und sich in ein anderes System, das der Regellosigkeit, zu versetzen.

Esther Niebel
Der Patron, 150 x 100 cm, Mischtechnik auf Leinwand, 2019

Bestimmt habe ich einen Hang zum Absurden oder Grotesken, den man meinen Bildern ansieht. Die dargestellten Situationen, die aus dem Alltag genommen sind, werden überzogen. Die poppige Farbpalette, die Übersteigerung – formal und inhaltlich – das alles hat einen Drall und überspitzt das Normale.

Undine Bandelin
Die Lupe, 40 x 40 cm, Siebdruck und Mischtechnik auf Leinwand, 2019

„Meiner Meinung nach wirkt die Art und Weise, wie wir Zeit verstehen und mit ihr umgehen auf uns zurück: das Fragmentarisierung der Zeit in kleinste Einheiten fragmentarisiert auch unser Ich und unsere Lebenszeit. Zeit ist eine Haupthandelsware des Kapitalismus. Die Perfektionierung der Zeitmessung synchronisiert uns zunehmend zum guten wie zum schlechten.”

Undine Bandelin
Die drei Grazien, 150 x 100 cm, Mischtechnik auf Leinwand, 2019